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Soltau Reisen |
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| Die Dauer eines Madrid-Aufenthalts hängt wesentlich von den Stunden oder besser Tagen ab, die man im Prado verbringen will. Das spanische Nationalmuseum für Malerei gilt als größte Pinakothek der Welt; etwa 8 000 Gemälde von insgesamt unschätzbarem Wert hängen in den Schausälen und - nicht zugänglichen - Depots. Doch auch ohne Besuch im neoklassizistischen Palast der Alten Meister fordert Europas höchstgelegene Hauptstadt ihre Zeit zum selbst oberflächlichen Kennenlernen. Zumal die Nächte hier länger sein können als in anderen Metropolen. Jeden Neuankömmling zieht es erst einmal zu der im 17. Jahrhundert angelegten gewaltigen Plaza Mayor (Hauptplatz) mit ihren imposanten Häuserfassaden vergangener Epochen. Hier hielten Bauern, Viehzüchter und Händler Markt, traten Schausteller auf und fanden die ersten Stierkämpfe statt. In Namen der Kirche ließen Inquisatoren als Ketzer und Hexen schuldig befundene Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Das Volk durfte ebenso zusehen wie bei den teils von Folter begleiteten Hinrichtungen. An die düstere Vergangenheit erinnert nichts mehr, man muss über sie in Geschichtsbüchern nachlesen. Unter den Arkaden der monumentalen Anlage lässt es sich herrlich bummeln - in Haus Nr. 3 hält das Tourismusbüro der Stadt Unterlagen bereit - und den ersten kleinen Imbiss nehmen. Wie die übervollen kleinen Lokalen vermuten lassen, müssen die «madrilenos» genannten Einwohner mehrfach am Tage solche Stärkungen zwischen den Mahlzeiten zu sich nehmen. Eine Sitte, an die sich der Fremde schnell gewöhnen kann. Madrid, etwa 650 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, ist anstrengend, zumal man die Stadt zu Fuß erkunden sollte. Da kommen die vielen kleinen Rastoasen gelegen - für die kleinen Häppchen («tapas») zwischendurch, das kühle Bier, den starken schwarzen Kaffee in kleinen Tassen oder einen Schluck der zahlreichen Landesweine. Sie helfen auch über ein vergessenes Mittagessen hinweg, das in der Regel zwischen 13.00 und 16.00 Uhr eingenommen wird. In dieser Zeit schließen die meisten Geschäfte, bleiben aber in der Regel dann bis 20.00 Uhr geöffnet. Zum ausgiebigen Abendessen geht man selten vor 21.00 Uhr. Mit einem anschließenden Bar- oder Disko-Besuch geht der Tag erst im Morgengrauen zu Ende. Die Gastronomie bietet Spezialitäten aus allen Regionen des Landes und ausgezeichnete Fischgerichte und Meeresfrüchte. «Die Stadt hat den größten Fischmarkt Europas», sagt stolz ein Chefkoch. Und ein Oberkellner erlaubt sich den diskreten Hinweis an Touristen, wenn diese eines der weiß gedeckten Lokale betreten: «Hier sollten sie sich Zeit für ein komplettes Menü nehmen - den Salat für den kleinen Hunger kann man in einem der zahlreichen Imbisse bekommen.» Das historischen Zentrum Madrids erstreckt sich in einem Quadrat zwischen dem Königspalast im Westen und dem Prado im Osten, der Gran Via in Norden und der breiten Straßenachse der Rondas im Süden. Wer in diesem Gebiet wohnt, kann auf Verkehrsmittel weitgehend verzichten; Taxis sind preiswert, das U-Bahn-Netz ist gut ausgebaut. Pläne gibt es in Tourismusbüro. Madrid ist im Vergleich zu anderen Städten Spaniens relativ jung. Es nahm seinen Aufstieg ab 1561, als König Philipp II. seinen Hof von Toledo in die bis dahin unbedeutende Kleinstadt verlegte. Sie war in der Nähe des heutigen Königspalastes im zehnten Jahrhundert von den Mauren als Vorposten namens «Madschrit» gegen das christliche Abendland angelegt worden. 1083 vertrieben die Soldaten des Königs Alfons VI. die Araber. |