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Die Stärkefabrik in Wietzendorf hat in der jetzt beendeten Kampagne 253200 Tonnen Kartoffeln zu 54679 Tonnen Stärke verarbeit und damit das Produktionsziel zu 97 Prozent erfüllt. Trotz des nassen Sommers wiesen die angelieferten Kartoffeln einen mit durchschnittlich 18,8 Prozent recht hohen Stärkeanteil auf.

Das teilte Berthold Jaschinski von der Unternehmenszentrale der die Fabrik betreibenden Emsland-Stärke GmbH in Emlichheim, die sich neuerdings alle Presseinformationen auch zum Wietzendorfer Werk vorbehalten hat, auf BZ-Anfrage mit.
Probleme wie in den Vorjahren mit einem hohen Schmutzanteil bei den von den Landwirten – die Fabrik gehört etwa 1380 in der Genossenschaft KSW (Kartoffelstärke Soltau-Walsrode) zusammengeschlossenen Bauern aus einem Umkreis von 120 Kilometern um das Werk – angelieferten Knollen gab es laut Jaschinski in dieser Kampagne nicht. Allerdings habe die Saison aufgrund der Witterung diesmal länger als üblich gedauert. Mit zu der Verlängerung beigetragen haben dürften nach BZ-Informationen aber auch die Probleme der benachbarten Biogasanlage der Firma Agrar Bio Recycling GmbH (ABR), die die Wässer der Stärkefabrik für die Wiederverwendung klären soll. Jaschinski erklärte, die Emsland-Stärke sei guter Hoffnung, dass es der ABR gelinge, die Startprobleme zu lösen. Die Zusammenarbeit solle fortgesetzt werden.

Während der vom 15. August bis 25. Februar gelaufenen Kampagne waren in der Stärkefabrik Wietzendorf laut Jaschinski durchschnittlich 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Bis zur nächsten Saison arbeitet dort aber nur die Stammmannschaft mit etwa 50 Kräften. Sie sind mit Aufräumungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten beschäftigt. Der Export der produzierten Kartoffel- stärke geht Jaschinski zufolge wie gewohnt weiter, hauptsächlich in den asiatischen Raum.

Nach Angaben des Unternehmenssprechers hegt die Emsland-Stärke für den Standort Wietzendorf Investitionspläne. Allerdings sei der Umfang „noch nicht spruchreif“. Auch zum Inhalt der Pläne äußerte sich Jaschinski nicht.

Zur Zukunft der Kartoffelstärkebranche und der Sicherheit der Arbeitsplätze in der Wietzendorfer Fabrik angesichts der Pläne von EU-Agrarkommissar Franz Fischler zu einer Entkoppelung der Sub- ventionen von der Produktion und einer Koppelung an die Fläche sagte Jaschinski, dass dadurch Landwirte den arbeits- und kostenintensiven Stärkekartoffelanbau aufgeben und andere Feldfrüchte anbauen könnten. Das würde die Rohstoffversorgung der Stärkefabriken gefährden. Derzeit sehe es aber so aus, dass die EU von diesem Vorhaben Abstand nehmen werde und nach Lösungen für eine Prozentuale Entkoppelung suche. Experten und Beobachter gehen laut Jaschinski davon aus, dass die Verhandlungen in Brüssel nicht vor Mitte 2003 zum Abschluss kommen.