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Die richtige Winterpflege für ältere Haut
Nach den vielen Feiertagsschlemmereien scheint es nichts Besseres zu geben, als einen Winterspaziergang. Um nicht zu frieren, werden dicke Pullover, lange Unterhosen und Wollsocken angezogen. Nur an die ungeschützte Haut im Gesicht und an den Händen wird selten gedacht. Dabei braucht gerade ältere Haut in der kalten Jahreszeit ganz besondere Zuwendung.
«Der ständige Wechsel von Kälte und Heizungsluftwärme kostet die Haut wertvolle Feuchtigkeit und Energie», sagt Monika Ferdinand, Vorsitzende des Bundesverbandes deutscher Kosmetikerinnen in Düsseldorf. Eine gute und regelmäßige Reinigung und konzentrierte Pflege sei deshalb gerade im Winter unverzichtbar, ergänzt Heidi Schworm von der Verbraucherzentrale Baden-Würtemberg in Stuttgart. Überhaupt brauche die Haut bereits ab dem 30. Lebensjahr viel Pflege. Es sei ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Haut erst ab 50 besonderer Aufmerksamkeit bedürfe. «Der Stoffwechsel verlangsamt sich und die Elastizität des Bindegewebes lässt nach. Und das bereits in recht jungen Jahren,» sagt die Verbraucherschützerin. Die Wechseljahre und der damit verbundene Östrogenmangel liessen die Haut schließlich noch trockener werden. Wichtig für die richtige Winterpflege der Haut sind fett- und wirkstoffreiche Produkte. Deshalb sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass die Cremes der Haut nicht zusätzlich Fett und Feuchtigkeit entziehen, sagt Kosmetikerin Ferdinand. Sie rät daher zu milden Reinigungsprodukten, Peelings und einem Gesichtswasser ohne Alkohol. Zusätzlich sollte auf eine gesunde Ernährung und das Trinken von viel Flüssigkeit geachtet werden. Ein gemäßigter Genuss von Alkohol und Nikotin sowie ausreichend Schlaf tun ein Übriges. «Eine gute Tagescreme und eine fett- und wirkstoffreiche Nachtcreme sollten in jedem Bad zu finden sein», rät Verbraucherschützerin Schworm. Verzichtet werden sollte auf Anti-Falten-Cremes oder ähnlich verlockende Produkte, die neue Jugendlichkeit verheißen. «Speziell auf ältere Haut ausgerichtete Angebote versprechen allerdings oftmals viel mehr als sie halten,» ist ihre Erfahrung. Der große Wassergehalt in vielen Produkten schade der Haut mehr als er nütze. Je kälter der Winter und je älter der Mensch, desto weniger Wasser sollte an die Haut gelangen, lautet der Ratschlag, den Hautärztin Isolde Alberti in Berlin ihren Patienten mit auf den Weg gibt. «Nicht jeden Tag duschen und wenig Wasser an die Haut lassen,» sagt die Dermatologin. Wer dennoch nicht auf seine tägliche Dusche verzichten will, sollte danach unbedingt rückfettende Öle und Lotions benutzen. Oft vergessen, aber nicht weniger wichtig ist die Pflege der Füße. Denn eingepackt in gefütterte Schuhe und warme Socken schwitzen die Füße im Winter mehr. Der Zentralverband der medizinischen Fußpfleger Deutschlands (ZFD) in München rät deshalb, mindestens einmal in der Woche ein Fußbad zu nehmen. Doch auch hier dürfen feuchtigkeitsspendende Cremes nicht fehlen. Für lange Tage im warmen Büro raten die Fußpfleger, immer ein Paar leichte Schuhe in der Tasche zu haben. Andernfalls könnten leicht Fußpilz oder bakterielle Infektionen entstehen. Wer gerne in den Skiurlaub fährt, sollte wissen, dass bei Temperaturen von minus 10 Grad und etwas Wind die Haut leicht auf etwa minus 20 Grad abkühlen kann. Kosmetikerin Ferdinand empfiehlt, im Winterurlaub auf wasserhaltige Gels oder Sonnenschutzcreme zu verzichten. Sunblocker, die mit Pflanzenextrakten und Ölen vor Kälte schützen, seien der geeignetere Schutzschild. Spezielle Lippenpflege sollte zudem in keinem Urlaubsgepäck fehlen. Unschöne Auswirkungen des kalten Winterwetters wie kleine rote Äderchen auf Nase und Wangen lassen sich allerdings auch mit der besten Pflege nicht immer vermeiden: «Das ist Veranlagung», sagt Verbraucherschützerin Schworm. Ungeschützte Ausflüge in kalter oder heißer Luft fördern allerdings diese Schönheitsfehler. Die Pflege der Haut sollte aber nicht übertrieben werden, warnt Hautärztin Alberti. Sonst könnten ihre die natürlichen Regulations- und Schutzmechanismen zerstört werden: «Die Haut ist an sich ein perfektes Organ - wenn man sie in Ruhe lässt.»