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Gegensätzlicher können die Bewertungen der Tourismussaison kaum sein. Bei einer Umfrage der Böhme-Zeitung zum Verlauf dieses Jahres gingen die Reaktionen der Verantwortlichen von „bombig“ in Neuenkirchen bis „Es sieht traurig aus“ in Wietzendorf. Heike Kock, die Werksleiterin der Heide-Touristik in Neuenkirchen, ist beispielsweise „höchst zufrieden“ mit der Saison. Neuenkirchen sei nahezu ausgebucht. Nur noch in kleinen Pensionen und Ferienwohnungen gebe es Platz, um bis zu zwei Personen unterzubringen. Die Alleinreisenden halten sich noch zurück, erwartet Kock aber eine noch bessere Auslastung. Nachdem es in 2004 ein Minus von sieben Prozent und 2005 ein Plus von 5,3 Prozent bei den Übernachtungen gegeben hatte, rechnet die Werksleiterin mit einer erneuten Steigerung in diesem Jahr. Sie führt das unter anderem auf den verbesserten Internetauftritt von Neuenkirchen zurück. Unter www.heideurlaub24.de seien die Vermieter mit jeweils sechs Außen- und Innenaufnahmen ihrer Quartiere vertreten und erlaubten den Urlaubern auch, in Belegungsplänen die Verfügbarkeit von Betten selbst nachzuschlagen. Dagegen spricht Geschäftsführerin Sabine Klimach von der Tourist-Information Wietzendorf von schlechteren Zahlen als im Vorjahr. Sie rechnet in der Jahresbilanz mit zehn bis 15 Prozent weniger Übernachtungen als in 2005. Wegen des kalten Frühjahrs hätten viele Urlauber „Sonne gebucht“.Zudem hätten viele Urlauber wegen der Fußball-Weltmeisterschaft mit Buchungen gezögert. „Ich glaube nicht, dass wir das aufholen“, so ihr Fazit. In Soltau läuft es laut Geschäftsführer Wilfried Gebhardt von der Soltau-Touristik zurzeit gut. Die Buchungen haben nach der WM wesentlich stärker angezogen. Wie sich das zur Hauptblüte der Heide entwickelt, könne er allerdings schlecht vorhersagen, zumal die Blüte unter der Trockenheit leidet. Er selbst habe am Sonntag als Schaffner im Ameisenbär die Heide inspiziert und dabei geschätzt, dass ein Drittel der Flächen in Mitleidenschaft gezogen seien. Wegen der Attraktionen Heide-Park, Soltau- Therme und Spielzeugmuseum ist ihm aber nicht bange um den Zuspruch der Touristen in der Böhmestadt. Soltau verzeichnet zudem wesentlich mehr Skandinavier in der Stadt als im Vorjahr, die Englisch-Kenntnisse seines Personals seien also gefordert. Gebhardt führt diesen Zuwachs auf Prospekte auf Englisch, einen englischsprachigen Internetauftritt und eine vermehrte Präsenz auf Messen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentrale für Tourismus zurück. Die Skaninavier seien überwiegend Durchreisende, die größtenteils die „Super- Campingplätze“ in der Stadt und ihrer Umgebung nutzten. Bessere Zahlen als imVorjahr meldet auchWaltraud Giese, die Geschäftsführerin der Bispingen- Touristik. „Wir sind zufrieden“, berichtet sie von „ziemlich ausgebuchtenUnterkünften“ im Juli. Für August und September sehe es ebenfalls gut aus, es stünden nur noch Restbestände an Unterkünften zur Verfügung. Kurzfrist- und Spontanurlauber seien zu Beginn der Ferien wegen der Hitze an Schneverdingen vorbei direkt an die See gefahren, ist der Eindruck von Gertrud Böttcher von der Schneverdingen-Touristik. Sie berichtete allerdings auch von „Strandflüchtlingen“, denen das Gedränge an der See zu groß war und die deshalb ihren Urlaub dort abgebrochen haben, um in die Heide zu kommen. Böttcher verzeichnete ein minimal geringeres Buchungsaufkommen als im Vorjahr. Die Schneverdingen-Touristik habe im Juli hitzebedingt weniger Teilnehmer an Busfahrten, geführten Wanderungen, Radtouren und Kutschfahrten verzeichnet. Es gehe aber trotzdem zurzeit ganz gut los. Freie Plätze gebe es dennoch, allerdings werde es schwerer, Unterkünfte anzubieten, je näher die Heideblüte rücke. Munster, das gerade nicht der typische Heide-Urlaubsort ist, verzeichnet eine „geringfügig geringere Auslastung als 2005“, berichtete Nadine Fuchs, die Geschäftsführerin der Munster- Touristik. Da der August aber richtig gut aussehe, „sindwir zufrieden“. Fuchs verzeichnete insbesondere Gäste, die am Deutschen Panzermuseum interessiert seien, darunter auch etliche aus dem Ausland, unter anderem aus den USA, aus Großbritannien oder jüngst aus Australien
 
Wer Urlaub in der Lüneburger Heide macht, der sollte sich unbedingt Schneverdingen, das nächste Ziel unserer „Besichtigungstour“ anschauen. Die Stadt ist umgeben von ausgedehnten Heideflächen, stillen Mooren und Wäldern sowie Äckern und Weiden, die auf gekennzeichneten Wegen erwandert werden können. Innerhalb des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide wurde vor einiger Zeit ein neues Wander-, Rad- und Reitwegenetz auf den ehemals militärisch genutzten Übungsflächen angelegt. Wer sich nicht von Gästeführerinnen die Besonderheiten der Landschaft erklären lassen möchte, kann auf einem Heidelernpfad und einem landwirtschaftlichen Lehrpfad selbst auf Entdeckungstour gehen. Abstecher zum Heidegarten mit 75 verschiedenen Heidesorten und 60.000 Pflanzen am Naherholungsgebiet „Höpen“ sowie zum reizvollen „Pietzmoor“ sollten nicht versäumt werden. Unter alten Eichen auf dem Hof Möhr liegt die Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA), eine internationale Fortbildungs- und Begegnungsstätte für Naturschutz in der Trägerschaft des Landes Niedersachsen. Umfangreiche Sportund Freizeiteinrichtungen, wie das Hallenfreizeitbad, das Freibad, ein großzügiges Sportzentrum mit Leichtathletikanlagen und Spielfeldern für verschiedene Sportarten, Sporthallen, Tennishalle und -plätze, eine große Festhalle sowie Dorfgemeinschafts- und Vereinsanlagenbieten Bürgern und Gästen viele Betätigungsmöglichkeiten. Hervorzuheben ist das Heimathaus „De Theeshof“, eine typische niedersächsische Zweiständer-Hofanlage mit Nebengebäuden. Hierfinden Begegnungen mit der Heimatgeschichte ebenso statt wie zeitgemäße Ausstellungen, Lesungen und Theater. In einer „Außenstelle“ in der Ortschaft Insel wird im Pultund Federkielmuseum der Schulalltag vergangener Jahrzehnte lebendig. Veranstaltungshighlight in Schneverdingen ist das traditionelle Heideblütenfest mit der Krönung er Heidekönigin im August. Dabei handelt es sich um das größte und älteste Fest der Region (seit 1922). In diesem Jahr geht es vom 26. August bis zum 30. August über die Bühne. Feste Bestandteile der „Heideparty“ sind unter anderem der prachtvolle Festumzug mit mehr als 40 Bildern und etwa 1000 Mitwirkenden, ein klassisches Konzert, ein gemütlicher Spätschoppen und ein ampionumzug mit anschließendem Brillant-Großfeuerwerk. Höhepunkt ist zweifellos die Krönung der neuen Heidekönigin auf der Freilichtbühne im Höpen. Die amtierende Königin Maike Jahn setzt ihrer Nachfolgerin am Festsonntag die Krone aus blühender Heide auf. Ein Geheimtip ist die Wiederholung des Festspiels am Montagabend. Hier treffen sich die Einheimischen in entspannter Atmosphäre. Wer sich nach dem Feiern erholen möchte, der ist in Schneverdingen genau richtig: Weißsandige Wege bieten sich für ausgedehnte Wanderungen durch die blühende Heide- und Wacholder-Landschaft an und beschauliche Gasthöfe in den zehn zur Stadt gehörenden Heidedörfern laden zum Verweilen ein. Hier kann man neue Kräfte sammeln und die Seele baumeln lassen.