Die Mitarbeiter der Müllverbrennungsanlage am Rugenberger Damm in Hamburg stehen schon in den Startlöchern – Ende 1999 soll sie in Betrieb gehen –, da kommt eine unangenehme Meldung aus Schleswig-Holstein. Das Land will den Einbau von Hausmüllverbrennungsschlacke unter Pflastersteinen verhindern. Damit kann rund ein Drittel der 310000 Tonnen Schlacke, die in Hamburger Müllverbrennungsanlagen anfallen, nicht mehr im nördlichsten Bundesland abgesetzt werden, wie es bisher geschehen ist. Davon ist auch der Landkreis Soltau-Fallingbostel betroffen, der sich zusammen mit den Kreisen Stade, Harburg und Rotenburg verpflichtet hat, jährlich 120000 Tonnen Abfall zur Müllverbrennungsanlage zu liefern. Die Verbrennungsanlage am Rugenberger Damm soll eine Kapazität von 320000 Tonnen im Jahr haben. Falls Hamburg auf der Schlacke sitzen bleibt, müssen die Kreise ihren Schlackeanteil selbst verwerten, prognostizierte das Hanseatische Schlackenkontor (HSK), das für den ordnungsgemäßen Vertrieb der Schlacke verantwortlich ist, während einer Pressekonferenz gestern in Hamburg. Diese Entwicklung stufte Alf Heidemann, Geschäftsführer der Heidemann Recycling GmbH aus Stade, die mit dem HSK kooperiert, aber nicht als dramatisch ein. Er rechnet angesichts der schlechten Baukonjunktur damit, daß sich Bauunternehmer wieder auf die billige Schlacke besinnen werden. Dr. Wilfried Schmidt-Pathmann, Geschäftsführer der HSK, hielt trotz der Schwierigkeiten, Hausmüllschlacke zu verkaufen, an der thermischen Verwertung von Abfall fest.
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