Der Bau, oder beser der Nicht-Bau, von Radwegen, brennt den Verantwortlichen in der Gemeinde Neuenkirchen weiter unter den Nägeln. Während sich innerhalb des Kernorts im Zuge der für 2003 vorgesehenen Sanierung eines Abschnitts der Landesstraße 171 eine Verbesserung der Situation abzeichnet, hat sich bei den anderen beiden „Sorgenkindern“ in diesem Jahr nichts Wesentliches getan. Weder für den 2,6 Kilometer langen Abschnitt zwischen Neuenkirchen und Drögenbostel (Kreis Rotenburg) noch für das etwas kürzere Stück zwischen Sprengel und Delmsen bestünden in den kommenden Jahren realistische Aussichten auf eine Realisierung, teilte Jürgen Rymarczyk in der Ratssitzung mit. Als Grund nannte der Gemeindedirektor die vor einem Jahr von der Landesregierung getroffene Entscheidung, alle zu dem Zeitpunkt planerisch noch nicht abgesicherten Vorhaben bis 2006 auf Eis zu legen. Während man sich beim Radweg nach Drögenbos-tel mit dieser Verzögerung abgefunden habe, hoffe die Gemeinde bei dem Projekt von Sprengel nach Delmsen immer noch auf eine zeitnäre Realisierung, „vielleicht im Zuge der Dorferneuerung in Sprengel und Ilhorn“, machte der Verwaltungschef deutlich, wo aus Gemeindesicht die Prioritäten liegen. Viel Hoffnung, dass ihr Wunsch in Erfüllung gehen könnte, mag der zuständige Sachbearbeiter beim Straßenbauamt Celle den Neuenkirchenern nicht machen. Beide Projekte befänden sich im Stadium des Planfeststellungsverfahren, für desen Durchführung die Bezirksregierung Lüneburg zuständig sei, so Bernd-Wilhelm Winkelmann. Aus Sicht des Straßenbauamtes handele es sich um zwei „normale“ Radwege, die unter die vom Land verhängte Sperre fielen. Daran werde auch der Umstand nichts ändern, dass die Bezirksregierung Anfang des kommenden Jahres wahrscheinlich den Verzicht auf die Durchführung des Verfahrens für den Radweg nach Drögenbostel verkünden wird.
Im weiteren Verlauf der Ratssitzung widersprach Rymarczyk dem in einem Leserbrief in der Böhme-Zeitung am 28. November erhobenen Vorwurf, die Verwaltung habe die Forderung einer Bürgerin nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung am Ortsausgang Delmsen auf der B 71 im Kurvenbereich gegenüber der Raiffeisen-Tankstelle nicht gebührend beachtet. Der Antrag sei umgehend, am 8. August, an den Delmser Ortsrat weitergeleitet worden. Das Gremium am 27. August darüber beraten und festgestellt, dass besonders an den Einfallstraßen der Ortschaft Delmsen mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren werde. Vorgeschlagen wurde in diesem Zusammenhang unter anderem, dass eine Verkehrsinsel am Ortseingang, besonders mit der Erschließung des Gewerbegebietes, eine Verkehrsberuhigung bewirken könne.
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