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Keine vorschnelle Rückkehr bei Regenurlaub
Wenn der Morgen wieder einmal wolkenverhangen beginnt und sich schon beim Frühstück in der Ferienwohnung schlechte Laune breit macht, kommt bei vielen Familien der Wunsch auf, den Urlaub einfach abzubrechen. Doch eine vorzeitige Abreise sollte nur der letzte Ausweg sein, sagte Oleg Hammling, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes in Hannover.
Denn daheim bestehe immer die Gefahr, dass die Eltern im Angesicht der vielen unerledigten Aufgaben wieder in den Alltagstrott zurückfallen und nur wenig unverplante Zeit für die Familie bleibt. «Bei schlechter Stimmung im Urlaub sollte zunächst einmal der Familienrat zusammentreten», rät Hammling. Dabei sollten auch kleinere Kinder mitreden dürfen. Die gemeinsame Diskussion sei für sie eine Gelegenheit zu lernen, wie sich Krisen meistern lassen. «Allerdings kommt es vor, dass Kinder sehr schnell sagen 'Lass uns doch nach Hause fahren'», gibt Hammling zu bedenken. Dem spontanen Rückzugswunsch sollten dann neue Ideen entgegengestellt werden. «Man sollte einfach ein Brainstorming machen: Was gibt es denn für Möglichkeiten vor Ort?» Auf jeden Fall müssen Eltern bei schlechtem Wetter etwas tiefer in die Tasche greifen - egal, ob sie eine Zugfahrt in den Nachbarort unternehmen, mit den Kindern ins Hallenbad gehen oder im Geschäft an der Strandpromenade ein dickes Kinderbuch oder Familienspiel erwerben. Ein neues Spiel für den Gameboy sollte allerdings auch bei schlechtem Wetter nicht gekauft werden, mahnt Hammling: «Gerade in den Ferien sollte es nicht darum gehen, die Kinder ruhig zu stellen.» Empfehlenswert seien Spiele wie Memory oder Kniffel, wo es auf Glück oder ein gutes Gedächtnis ankomme. «Aber auch schwierigere Strategiespiele können in den Ferien ausprobiert werden». Bei der Auswahl der Ferienlektüre, die ruhig auch Schulkindern noch vorgelesen werden sollte, seien die persönlichen Interessen der jeweiligen Familie entscheidend. Grundsätzlich lasse sich jedoch sagen, dass die Bücher auch für die Eltern interessant sein sollten und den Kindern einiges abverlangen dürfen, so Hammling. «Das macht ja gerade Spaß, wenn man nachher noch gemeinsam darüber spricht». Ob es gelingt, einem verregneten Strandurlaub vergnügliche Erlebnisse abzutrotzen, hängt letztlich von der Lebenskunst der Eltern ab. Es gelte, sich vom eigenem, möglicherweise allzu starren Urlaubsbild zu lösen. «Man kann auch im Friesennerz Burgen bauen», so Hammling, «aber dafür man muss flexibel bleiben».