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http://www.allergiefutter.de  - Zuletzt aktualisiert am: 17.06.2005




  


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Die heimische Erdbeersaison ab Ende Mai ist einer der schönsten Vorboten des Sommers. Spanische Importbeeren verführen bereits vorher zum Naschen. Doch geschmacklich ist nicht immer alles hervorragend, was rot und prall im Körbchen liegt. Trotz Sortenvielfalt dominieren nur wenige Sorten im Erwerbsanbau.

«Flächenmäßig ist Elsanta mit Abstand die Hauptsorte», sagt Rudolf Faby von der Versuchs- und Beratungsstation für Obst- und Gemüsebau im niedersächsischen Langförden. Für viele Meisterköche ist durch diese Entwicklung der Geschmack der «Königin der Früchte» auf der Strecke geblieben. «Ich habe den Eindruck, dass Erdbeeren früher anders geschmeckt haben», kritisiert zum Beispiel Sternekoch Kolja Kleeberg vom Restaurant «Vau» in Berlin. Auch der Züchter Peter Stückrath aus Deutsch Evern bei Lüneburg kristisiert schon seit langem, dass die dickste und schönste Erdbeere nicht am besten munden muss.
Sich geschmacklich zu orientieren, ist für den Verbraucher jedoch nicht leicht - denn im Angebot ist Erdbeere gleich Erdbeere. Das Weichobst wird traditionell nicht nach Sorten gehandelt. Bei seinen Favoriten setzt der Großhandel dabei andere Prioritäten als die Direktvermarkter in den Anbaugebieten. «Auf der Großhandelsschiene dominiert Elsanta, bei den Direktvermarktern oder bei der Selbstpflücke sind es Korona und Polka», erklärt Rudolf Faby.

Der Geschmack ist für den Handel nicht allein entscheidend. Denn die empfindsame Frucht soll transportfähig und nicht zu schnell verderblich sein. Entscheidend für die Wahl der mittelfrühen holländischen Elsanta sei die Fruchtstabilität und die hellere Farbe - dunkelrote Erdbeeren wecken den Verdacht, überreif zu sein.

Die Früchte sollen nach Angaben von Faby für den Handel recht fest sein, damit keine Druckstellen entstehen. Auch müssen Größe und Ertrag stimmen. «Elsanta ist eine typische Erwerbsanbausorte, aber keine Geschmacksgröße. Der Verbraucher muss sich damit abfinden, dass das Geschmacksstandard ist», so Stückrath. Bisher sei es den Züchtern nicht gelungen, Transportfestigkeit und Geschmack zu vereinen. «Elsanta ist eine anpassungsfähige, aber keine besonders gesunde Sorte. Es muss sehr viel Chemie eingesetzt werden», sagt der Experte.

Andere Anforderungen stellen dagegen die Direktvermarktung oder Selbstpflücke, weiß Rudolf Faby: «Hier steht der Geschmack im Vordergrund, deshalb sind auch dunkle Sorten gefragt.» Neben Korona und Polka wird auch noch die alte aromatische Sorte Senga-Sengana angebaut. Diese Sorten hätten allerdings im Großhandel keine Chance, da sie zu weich seien, so Faby.

Auch bei den Sorten für den eigenen Garten gehe es zuerst um das Aroma, betont Stückrath. Deshalb hätten sich deutsche Züchter darauf spezialisiert, Kleingartensorten zu kultivieren.

Trotz des vielerorts vorherrschenden Geschmackseinerleis ist die Lust der Deutschen auf Erdbeeren nicht getrübt. Nach Angaben der Zentralen Markt - und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn wurden im Jahr 2000 im Schnitt 2,6 Kilogramm pro Kopf gegessen. Deutsche Anbauer produzierten mehr als 104 000 Tonnen. Auch wenn die Importe geringer ausfielen als im Vorjahr, waren es allein in den ersten zehn Monaten immerhin rund 123 000 Tonnen - vorwiegend aus Spanien, so die ZMP.

Jedes Bundesland hat seine Erdbeerfelder, mengenmäßig führen dabei Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen. Während im Süden der Frühling diesmal noch im April mit Nachtfrösten schreckte, blieb der Norden verschont. «Die Ernteerwartungen sind gut», so Rudolf Faby. Aber auch in Baden-Württemberg konnte aufgeatmet werden, denn der verstärkte Einsatz von Folie hat die Blüten ausreichend vor Frostschäden geschützt. «Wenn die Witterung mitspielt, kann mit einer guten Ernte gerechnet werden», sagt Günther Junker vom Marktkontor Obst und Gemüse Baden in Karlsruhe. «Feuchtigkeit ist genug da, das hat gute Qualität zur Folge.»

Wer auf der Suche nach dem verlorenen Erdbeeraroma ist, sollte Peter Stückrath zufolge ab Hof, also direkt beim Erzeuger kaufen. «Nur wer bereit ist, für eine Seltenheit etwas mehr zu bezahlen, wird geschmacklich belohnt», so der Züchter. Wünsche und Kritik zu äußern, könnte langfristig ein Weg zum besseren Erdbeererlebnis sein. Denn nur dann weiß der Erzeuger, was der Verbraucher will.

Die Gartenerdbeere, die vor über 200 Jahren aus der kleinen amerikanischen Scharlach-Erdbeere und der großfruchtigen Chile-Erdbeere gezüchtet wurde, straft achtlose Behandlung. Beim Einkauf darauf achten, dass die Früchte trocken und ohne Druckstellen sind. Auch sollten die Kelchblätter grün und frisch sein. Nachdem sie so schonend wie möglich nach Hause getragen worden sind, sollten sie am besten noch am selben Tag gegessen werden.

Nichts beeinträchtigt das feine Erdbeeraroma so sehr wie eine intensive Wasser-Behandlung. Auf keinen Fall darf das Obst deshalb im Wasser liegen, sondern es sollte mit einem Strahl vorsichtig abgebraust werden, um es dann im Sieb abtropfen zu lassen. Erst wenn die Früchte trocken sind, sollten die Kelchblätter vorsichtig gelöst werden. Dann können die ganzen, halbierten oder geviertelten Beeren gezuckert werden. Besonders schöne Exemplare sind, einzeln in Puderzucker gewälzt, eine gelungene Garnitur des Desserts.