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Alaska im Kleinformat

Die Kenai-Halbinsel südlich von Anchorage eignet sich bestens für Alska-Einsteiger. Hier finden Reisende auf 23 000 Quadratkilometern alles, was der gut 65 Mal größere Staat an Tieren, Pflanzen und Landschaften insgesamt zu bieten hat - und das bei verhältnismäßig milden Klima.
Das Rückgrat der Halbinsel ist die Kenai-Gebirgskette mit Tundra und üppigen Wäldern. Im Osten bilden ins Meer stürzende Felswände eine zerklüftete Fjordlandschaft mit Gletschern, im Westen laufen die Bergwiesen in Salzmarschen aus. Diese landschaftliche Vielfalt bietet Elchen, Wölfen und Bären ebenso eine Heimat wie den weißen Bergziegen, die sich an den steilen Hängen als wahre Kletterkünstler erweisen. In den Gewässern sind Lachse, Wale, Seelöwen, Otter, Robben und Tümmler zu finden, und nicht zu vergessen ist die interessante maritime Kleinstwelt, die sich den Beobachtern jedes Mal erschließt, wenn sich der Pazifik mit seinem Tidenhub von neun Metern bei Ebbe zurückzieht. Mit Mietwagen, der Eisenbahn oder per Flugzeug kommen Touristen schnell und bequem von Anchorage aus auf die Halbinsel. Straße und Bahnlinie schlängeln sich zunächst nach Südosten, vorbei an schroffen Felswänden und klaren Wildbächen. Alaskas berühmtester Skiort Alyeska Resort mit etwa 60 Abfahrtsstrecken liegt ebenso an dieser Route wie der Portage-Gletscher, einer der schönsten Alaskas. Erstes Ziel auf der Halbinsel ist die kleine Hafenstadt Seward. Charteryachten für Hochseeangler, Ausflugsboote und Segelschiffe warten hier auf Gäste. Die Kenai-Fjorde sind die Tummelplätze der Seeotter, die sich auf dem Rücken schwimmend durch nichts stören lassen. Buckel- und Killerwale tauchen hier unerwartet schnell auf, um dann wieder mit großem Getöse in den Fluten zu verschwinden. Seehunde und Seelöwen sind auch für Hobbyfotografen lohnende Objekte, wenn sie sich auf den vorgelagerten Inseln sonnen. Auch hier gilt die oberste Regel für Begegnungen mit Tieren in Alaska: Kein Tier sollte gestört werden. Das Land gehört ihnen, sie waren die ersten Bewohner der «Eisbox». Wie tief sie in die Wildnis vorgedrungen sind, wird den Touristen bewusst, wenn sich ihr Ausflugsschiff dem Kenai Fjords National Park um den Mount Marathon nähert, zu dessen Füßen sich der Exit Gletscher und das Harding Icefield mit 34 Gletscherzungen ausbreiten. Je näher sie dem ständig kalbenden Eisriesen kommen, desto mehr spüren sie die durchdringende Kälte. Daher ist es auch ratsam, sich nach der «Zwiebelmethode» zu kleiden. «Wenn Du das Wetter nicht magst, warte einen Augenblick», ist eine Weisheit der Einheimischen, die mit den ständigen Schwankungen des Klimas bestens vertraut sind. Überraschungen warten auch auf der Fahrt in Richtung Homer an der Südwestspitze der Halbinsel an der Kachemak Bay. Am Kenai River und am Kenai Lake lässt es sich gut angeln, bei Wildwasserfahrten durch den Kenai Canyon und auf Kanu-Ausflügen können Biber, Elche, Bären und Weisskopfseeadler beobachtet werden. Bester Standort zur Beobachtung der Belugawale ist die Stadt Kenai. Zwischen Ende Juli und Mitte September kehren die Pazifiklachse zu Tausenden vom Meer aus an ihre Laichplätze an der Kachemak Bay zurück. Mühevoll bahnen sie sich ihren Weg gegen die Strömung - und werden leichte Beute von Bären und Adlern sowie deren zweibeiniger Konkurrenz: Das Angeln ist in Alaska der Volkssport Nummer eins. Auf der vorgelagerten Insel Gull tummeln sich die Meeresvögel: Kormorane, Austernfischer, Falken und Entenarten sowie der allseits beliebte und fotogene Puffin mit seinem bunten Papageienschnabel. Sie alle fliegen im Frühjahr in riesigen Schwärmen aus ihren wärmeren Winterquartieren zu den Nistplätzen in der Kachemak Bay. Wer ein Abenteuer besonderer Art sucht, sollte sich zu einem Besuch einer der Wilderness Lodges entschließen. Versteckt in kleinen Buchten und nur mit dem Wasserflugzeug oder Motorboot erreichbar, bieten sie neben einem angenehmen Ambiente für jeden Geschmack etwas: zum Beispiel Wanderungen mit der Möglichkeit einer Bärenbegegnung, Angelpartien und Kajakfahrten mit reicher Beute aus dem Meer.